Theater Ludus: Die Goldberg Variationen

Theaterstück von George Tabori. Eintritt frei, Spenden erbeten.

Aufführung

17.03.2017 - 20:00 bis 21:30

Eine Bibelinszenierung von der Schöpfung bis zur Kreuzigung. Mr. Jay (Synonym für Jahwe), der gottgleiche Regisseur, erscheint zur letzten Probe vor der Premiere im Theater. Der Jude Goldberg, sein unterwürfiger Regieassistent, leidet unter dem schwer zufrieden zu stellenden Regisseur. Eine Hassliebe verbindet die beiden, die nichts weniger sein will, als eine Allegorie auf das Verhältnis Gottes zu seinem auserwählten Volk Israel. Schon die Schöpfungsszene endet im Chaos, sobald der Mensch ‚als Schauspieler‘ die Bühne betritt. Im Zentrum des biblischen Schauspiels steht der Vater-Sohn Konflikt: Abraham opfert Isaak, Gott opfert seinen eigenen Sohn.

„Erst gestern Abend habe ich den Herrn gefragt: Warum läßt du den Jungen so leiden? Weißt du, was Er geantwortet hat? Was macht ein netter jüdischer Junge an einem Kreuz?“

Tabori hat kein frommes Schauspiel geschrieben – obwohl die Bibelzitate das Stück erden. Der Text ist provozierend und anklagend, Peinlichkeiten, Allüren und Wutausbrüche wechseln sich ab. Und wer wird am Ende gekreuzigt? –  der Jude.